Genogrammarbeit

Sich der familiären Muster bewusst werden

Kinder im Krieg

Hinter jedem Menschen steht eine Geschichte.

 

Diese Geschichte hat viele Facetten und berührt unterschiedliche Ebenen:

  • die individuelle Ebene
  • die familiäre Ebene
  • die kollektive Ebene
  • die nationale Ebene

Alle vergangenen Erfahrungen, auch die unserer Vorfahren, sind in jeder Zelle unseres Körpers gespeichert. Sie prägen unser Denken, Fühlen und Handeln. Sie bestimmen unsere Träume, unsere Hoffnungen, unsere Ängste. Auf der Bühne unseres Lebens stellen sie das Bühnenbild dar, vor dem das Schauspiel unseres Lebens seine Vorstellung gibt.

 

Dieses innere Bühnenbild in uns braucht unsere Aufmerksamkeit. Wie ist es zusammengesetzt, was beinhaltet es, was fehlt, was ist doppelt etc.? Prägungen, Muster, Wiederholungen, Denkweisen, Bindungen, Werte, Ängste, Verluste, seelische Schmerzen usw. lassen sich mittels der Genogrammarbeit sammeln und analysieren. Indem wir sie uns bewusst machen, lassen sie uns frei.

 

Gehen sie tiefer, liegen womöglich alte Traumata dahinter, vgl. "Leiden ohne zu wissen warum". Diese können aufgrund von Ohnmachtserfahrungen z.B. durch Gewalt, Krieg, Verfolgung, Vertreibung, Vergewaltigung in der Herkunftsfamilie ausgelöst worden sein. Aber auch durch Geburts- und Krankheitserfahrungen, Katastrophen oder Unfälle, die im zellulären Gedächtnis der Familie nachwirken.

-> Interessant dazu: 'Bild der Wissenschaft - Leben und Umwelt - Medizin - Vererbtes Trauma - Isabelle Mansuy (ETH und Universität Zürich) et al., Nature Neuroscience, doi: 10.1038/nn.3695

-> Aufschlußreiches Video (Dokumentarfilm) und Interview:

ZDF-Reportage: Licht ins Dunkel der Vergangenheit  leider nicht mehr online verfügbar
Vererbte Wunden – WDR-Reportage über Kriegsenkel – leider nicht mehr online verfügbar

 

 

Angst haben ohne zu wissen weshalb

Woher kommen unsere Ängste? Fühlen wir eine akute Angst ohne äußeren Anlass, können wir der Angst keine Daseinsberechtigung geben. Wir verstehen sie nicht.

 

Wenn es keinen klar zuordenbaren Auslöser gibt, der als Grund für die Angst begriffen werden kann, ist es den Betroffenen nicht möglich ihre Ängste zu verstehen. Das verstärkt die Angst und Ohnmacht noch.

 

Fangen wir jedoch an zu recherchieren, erkennen Zusammenhänge und Verbindungen, ergibt die Angst plötzlich Sinn. Sie  lässt sich in unseren Kontext einbetten, wir können sie erklären und begreifen. Das entlastet ungemein. Unvermittelt bekommt sie eine Berechtigung und verliert dadurch ihren Schrecken.

 

 

Ursachenforschung

Forscht man also in der (Familien-)Geschichte, zeigen sich viele Zusammenhänge, die Aufklärung bringen. Hilfreich sind dabei folgende Merkmale, die eine transgenerative Traumaweitergabe vermuten lassen:

  • Extreme Leistungsorientierung
  • Geringes Selbstwertgefühl, trotz Erfolg
  • Sich ausgeschlossen fühlen
  • Schuld- und Schamgefühle
  • Übermäßige Anpassung und Identifikation
  • Konfliktscheue und Schweigen
  • Relativieren der eigenen Probleme
  • Gefühl, eine riesige Last zu tragen
  • Geprägt durch Abwertungen und negative Urteile
  • Häufiges Gefühl von Leere

und viele andere mehr ...

 

Wenn Sie sich darin wiederfinden, lohnt sich ein Blick in Ihre Familienhistorie. Gerne unterstützen wir Sie mit einfühlsamer Genogrammarbeit, die auch viel Positives wie Familienressourcen, Resilienzen und Lebenskraft ans Licht zu bringen vermag. Mehr Lebensqualität wird möglich.