Presencing

Von der Zukunft her lernen und führen

Prof. Dr. C. Otto Scharmer
Theorie U

Presencing ist eine Wortschöpfung aus ‚presence’ – Gegenwart oder Anwesenheit – und ‚sensing’ – Fühlen, Hinspüren – und das völlige Gegenteil aller bisherigen Lern- und Führungsmodelle, die von der Vergangenheit ausgehen und diese Erkenntnisse auf die Zukunft anwenden.

 

Presencing will sich gerade von den Mustern der Vergangenheit lösen und von einer im Entstehen begriffenen Zukunft heraus handeln.

 

Prof. Dr. C. Otto Scharmer, Professor am Massachusetts Institute of Technology, hat diese Theorie U, wie er sie nennt, entwickelt. Mit großem Erfolg wird sie bereits in Konzernen, mittelständischen Firmen, aber auch bei Privatpersonen angewendet.

 

Kernfähigkeiten und Innere Instrumente

Der U-Prozess gründet sich auf Kernfähigkeiten und innere Instrumente, die es uns ermöglichen, Altes loszulassen und Neues in die Welt zu bringen. Dies scheint mehr denn je angeraten, weil bisherige Konzepte nicht mehr greifen.

 

Kampf gegen Windmühlen

Der Druck und die Belastung unserer Arbeitswelt nehmen stetig zu, ohne dass wirkliche Erfolge erzielt werden. Im Gegenteil, viele Menschen beschreiben ihre Situation als Kampf gegen Windmühlen oder das Laufen im Hamsterrad. Trotz dieser immensen Anstrengungen vergrößert sich das Ungleichgewicht zunehmend:

 

  • Trotz einer florierenden globalen Wirtschaft leben Milliarden von Menschen in Armut, Millionen hungern.
  • Trotz Unsummen von Ausgaben für unsere Gesundheitssysteme werden die Menschen unserer westlichen Gesellschaften immer kränker.
  • Trotz riesiger Ressourcen in unserer Agrarwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie werden die Lebensmittel immer minderwertiger, immer mehr Menschen ernähren sich von Junk-Food.
  • Trotz enormer Ausgaben für Entwicklungshilfe leben heute mehr als die Hälfte aller Kinder auf der Welt unter erschreckenden Mangelbedingungen wie Krieg, Vertreibung, Hunger, Aids.

 

Jahrhundertalte kollektive Muster

Fakt ist, dass wir noch immer jahrhundertalte kollektive Muster im Denken, Organisieren und Institutionalisieren leben, die bei den heutigen Herausforderungen schlichtweg versagen. Mit den alten Werkzeugen sind die neuen Probleme nicht zu lösen.

 

Genauso wenig wird das krampfhafte Festhalten an in die Jahre gekommenen Strukturen helfen. Vielmehr ist es Zeit, sich mit den positiven Kräften der Veränderung zu verbinden und aus diesen Verbindungen heraus neuartige Gemeinschaftsstrukturen und soziale Felder zu schaffen.

 

Vier Basisqualitäten entscheidend

In Unternehmen werden für Führungskräfte vier Basisqualitäten entscheidend sein:

 

  • Loslassen dessen, was aus ihrer Sicht richtig und zu tun wäre;
  • Interessiertes Fragen und Nachfragen, auch bei Mitarbeitern, mit denen normalerweise kein direkter Kontakt besteht;
  • Wertschätzendes „tiefes“ Zuhören ohne voreingenommen zu sein;
  • Schnelles Umsetzen der Erkenntnisse.

 

Kultur des Vertrauens, der Mitverantwortung und des Dialogs

Macht sich die Geschäftsführung eine offene und wertschätzende Haltung zu eigen, verändert sich die ganze Unternehmenskultur hin zu einer Kultur des Vertrauens, der Mitverantwortung und des Dialogs. Neue kreative Lösungen und strategische Neuausrichtungen werden plötzlich möglich.

 

 

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